
Wozu eine ADHS Diagnostik im Erwachsenenalter?
Die Diagnostik einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter verfolgt das Ziel, eine fundierte und differenzierte Einschätzung der Symptomatik zu ermöglichen und so die Basis zu schaffen für eine effiziente und zielgerichtete Therapie.
Sie dient dazu, bestehende Auffälligkeiten im Bereich der Aufmerksamkeit, Impulssteuerung und Selbstorganisation zu erfassen, ihre Entwicklung über die Lebensspanne nachzuvollziehen und von anderen psychischen oder somatischen Ursachen abzugrenzen.
Wir orientieren uns an den international anerkannten Diagnosekriterien des ICD-10/11 und des DSM-5 sowie ergänzenden ADHS-spezifischen Skalen für Erwachsene (z. B. den Utah-Kriterien).
Was bedeutet eine ADHS-Diagnose im Erwachsenenalter konkret?
Eine ADHS-Diagnose beschreibt eine neurologisch bedingte Besonderheit in der Regulation von Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Aktivitätsniveau. ADHS beginnt in der Kindheit und kann bis ins Erwachsenenalter fortbestehen. Rund 2,5–4 % der Erwachsenen sind betroffen.
Dabei können sich die Symptome im Laufe des Lebens verändern und reichen von Konzentrations- und Organisationsproblemen bis hin zu emotionaler Überreaktivität und innerer Unruhe. In der Folge kann es zu Beeinträchtigungen im Berufsleben, in sozialen Beziehungen und in der Selbststrukturierung kommen.
Da sich Lebensumstände und Symptomverlauf deutlich wandeln können, sollte bei Problemen in den genannten Bereichen eine in der Kindheit gestellte Diagnose im Erwachsenenalter noch einmal geprüft werden.
