Ablauf der Diagnostik

Erstgespräch

ca. 60 Min.

  • Standardisierte Erhebung der Symptomatik im Erwachsenenalter und in der Kindheit
  • Bei Verdacht auf AD(H)S: Erstellen von Dokumenten für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Zweiter Termin

ca. 90 Min.

  • Computergestützte Testung Ihrer Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit
  • Erhebung der Differentialdiagnostik zur Abklärung anderer psychischer Beeinträchtigungen
Abschlussgespräch

ca. 30 Min.

  • Besprechung der Ergebnisse
  • Empfehlungen zu weiteren Schritten
  • Schriftlicher Befundbericht

Erstgespräch

Im Erstgespräch erfolgt eine erste Einschätzung Ihrer aktuellen Situation. Wir besprechen Ihre Symptome, identifizieren mögliche Belastungsfaktoren und prüfen, ob Anzeichen auf eine AD(H)S hindeuten oder ob andere Ursachen in Frage kommen.

Wenn Sie eine Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse beantragen möchten, bereiten wir diesen Antrag bereits im Erstgespräch gemeinsam vor. Die Übernahme der Kosten wird im Einzelfall geprüft und ist nur möglich, wenn sich ein begründeter Verdacht auf eine AD(H)S ergibt. Dazu führen wir zunächst ein strukturiertes Kurzinterview, in dem Ihre aktuellen Symptome und deren Auswirkungen auf verschiedene Lebensbereiche erfasst werden. Außerdem prüfen wir, ob bereits in der Kindheit Anzeichen für AD(H)S vorlagen – auch dieser Aspekt ist für die Kostenübernahme entscheidend.

Im Anschluss stellen wir mit Ihnen gemeinsam alle Unterlagen zusammen, um den Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse stellen zu können. Das Erstgespräch dauert etwa 60 Minuten und kostet 120 Euro. Da die erhobenen Daten bereits ein Teil der erforderlichen Diagnostik zur Feststellung einer AD(H)S sind, erhalten Sie das Geld im Falle der Kostenübernahme von der Krankenkasse zurück.

Was Sie mitbringen müssen

  • Damit die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfüllt sind, benötigen Sie einen Nachweis, dass Sie sich bei kassenzugelassenen Einrichtungen um eine ADHS-Diagnostik bemüht haben, dort jedoch unzumutbar lange Wartezeiten bestehen. Wir empfehlen, eine Liste mit mindestens sieben kontaktierten Praxen oder Kliniken vorzubereiten – mit Anschrift, Telefonnummer, Datum der Anfrage und der jeweils mitgeteilten Wartezeit.
  • Zudem sind – sofern vorhanden – alte Schulzeugnisse oder Bescheinigungen hilfreich, aus denen hervorgeht, dass bereits im Kindesalter Anzeichen einer ADHS bestanden oder eine entsprechende Diagnose gestellt wurde.

Was Sie von uns bekommen

  • Eine erste Einschätzung, ob Ihre Symptomatik eine umfangreiche AD(H)S-Diagnostik rechtfertigt. (Sofern sich keine ausreichenden Hinweise ergeben, können Sie sich trotzdem bei uns diagnostizieren lassen, die Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist dann jedoch unwahrscheinlich.)
  • Eine Stellungnahme mit Begründung für Ihre Krankenkasse, warum eine kurzfristige Testung erforderlich ist.
  • Eine Zusammenstellung der juristischen Argumente, warum die Krankenkasse einer Kostenübernahme zustimmen sollte.
  • Einen Musterbrief, den Sie als Vorlage für Ihr Anschreiben an die Krankenkasse nutzen können.

Bitte beachten: Die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse ist immer eine Einzelfallentscheidung! Es kann also z. B. passieren, dass die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt und Ihnen stattdessen ermöglicht, die Testung kurzfristig in einer kassenzugelassenen Einrichtung durchzuführen.

Zweiter Termin

Wenn Sie den Weg der Kostenübernahme gewählt haben, findet der zweite Termin statt, sobald die Bewilligung Ihrer Krankenkasse vorliegt. 

Zunächst erhalten Sie einige Fragebögen, die zur Vorbereitung des zweiten Termins ausfüllt werden müssen. Die meisten Fragebögen beziehen sich auf Ihre eigenen Erfahrungen und Einschätzungen. Ein weiterer Fragebogen dient der Fremdbeurteilung und sollte von einer Ihnen nahestehenden Person ausgefüllt werden. 

Beim zweiten Termin finden darüber hinaus verschiedene computergestützte Aufmerksamkeitstests statt. Außerdem führen wir ein diagnostisches Interview durch, um andere mögliche Ursachen Ihrer Probleme erfassen zu können. 

Abschlussgespräch

Im Abschlussgespräch besprechen wir mit Ihnen die Ergebnisse der durchgeführten Interviews, Fragebögen und Testverfahren. Sie erhalten eine verständliche Rückmeldung über die diagnostische Einschätzung und die daraus abgeleiteten Befunde.

Darüber hinaus geben wir Ihnen Empfehlungen zu möglichen nächsten Schritten, wie etwa zu unterstützenden Maßnahmen, therapeutischen Angeboten oder weiteren Abklärungen.

Anschließend erhalten Sie den schriftlichen Befundbericht, den Sie bei Bedarf auch Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Therapeutin/Ihrem Therapeuten weitergeben können.